Upcycling 6: Die Kunst wird den Megahype der Müllverwertung überdauern

Katzengesicht
Katzengesicht * Freyjas Katze Trjegul ("Bernstein"). Foto: Koller

 

Dem Trend, alte Gegenstände zu stylischen, dekorativen Neuschöpfungen aufzuwerten, entgeht fast nichts mehr. Mag sein, dass dieser Hype in Kürze so fett und gesättigt ist, dass er an sich selbst erstickt: Wenn dereinst die letzte verfügbare hölzerne Europalette in Wohn- oder Schlafzimmern verbaut, das letzte Surfbrett als Couchtisch dient und der letzte Fahrradschlauch zu einer Handtasche umgemodelt ist. Was bleiben wird, ist die die Upcycling Kunst. 

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Schwarz-weiße Göttersteine aus den Ostseefluten

Feuersteine
Vor Jahrmillionen aus Kalkschlamm u. Kieselsäure entstanden: die Feuersteine der Ostsee. Exemplare von der Wikinger-Insel Falster/Dänemark, Steilküste (Odde). Klein 13x11 cm, 850g. Groß 19x12 cm, 1550g. Foto: HGW

Schwarz-weiße Steine, die aussehen, als wären sie von Künstlerhand gestaltet und bemalt: Wenn sie ein Loch haben, heißen sie Hühnergötter. Woher kommt dieser Name, von Hünen, von Hühnern? Was haben sie mit slawischen Geistern und was mit dem Donnergott Donar zu tun? Wo findet man diese Steine und wie sind sie entstanden? Eine abenteuerliche Reise über 100 Millionen Jahre in die Vergangenheit. Sie beginnt in den Brandungswellen der Ostsee.  

 

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Nordische Götter: Einheitliche Sprache und Religion in indogermanischer Zeit?

Den altnordischen Göttern Odin, Thor und Freyja ist die Ausstellung skandinavischer Kultplätze gewidmet, die im Archäologischen Museum in Frankfurt gezeigt wird. Was bedeutete es für den Norden, als die christlichen Missionare kamen? Wie war es vorher – was sind die Wurzeln der nordischen Mythen? Ein Gespräch dazu mit Prof. Dr. Egon Wamers, leitender Direktor des Museums. 

 

Odin
Odin-Amulett aus Tissø/DNK. Foto Archäologisches Institut.

Wagners Ausblick: Herr Prof. Wamers, Odin, Thor und Freyja, denen Sie Ihre große Ausstellung in Frankfurt widmen, sind die  bekanntesten Göttergestalten des Nordens. Weiß man eigentlich, ob sie ausschließlich nordischen Ursprungs sind oder ob diese Gottheiten vielleicht noch älteren Mythen entstammen, die einst in den Norden eingewandert sind?   

 

Prof. Egon Wamers: Odin/Wotan, Thor/Donar und die geschwisterliche Fruchtbarkeitsgottheit Freyr-Freyja waren gemeingermanische Gottheiten, die nicht nur im Norden, sondern auch in England und auf dem Kontinent verehrt wurden. Ihr Alter ist schwer zu beurteilen; sie dürften mindestens bis zur Zeitenwende zurückreichen. Seit der Übertragung der römischen  Wochentagsnamen in die germanischen Sprachen im 4. Jahrhundert sind sie gut belegt. Wieweit diese Gottheiten namentlich bis in indogermanische Zeit zurückreichen, ist umstritten. Zumindest viele ihrer Funktionen findet man in griechischen, römischen und keltischen Göttern wieder. In der interpretatio romana galten sie als Entsprechungen römischer Götter. Zahlreiche ikonographische Hinweise zeigen aber, dass manche Eigenschaften von den römischen auf die nordischen Götter übertragen wurden.

 

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Wikingergräber: Was ihre Bestattungskulte über die Nordmänner erzählen

Grabhügel Gamla Uppsala
Hügelgräber von Gamla Uppsala. Die drei großen Anhäufungen werden schon seit langem nach den am Ort verehrten Göttern als Freyr-, Thor- und Odins-Hügel bezeichnet. Foto: OlofE

An ihren Gräbern sollt ihr sie erkennen: Die Wikinger haben keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen, doch Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte in ehemaligen Siedlungen der Nordmänner ermöglichen ein immer besseres Verständnis ihrer paganen Religion und Kultpraxis. Im Katalogtext der großen Ausstellung „Odin, Thor und Freyja bei den Wikingern“ des Archäologischen Museums Frankfurt/M. heißt es dazu: „Kultausübung war eng mit Adelsherrschaft verschränkt. Schon seit der Zeitenwende besaßen die großen Herrensitze und Residenzen eigene Kultareale mit Tempelbauten, in denen die zentralen Opfer vollzogen wurden. Die ‚Fürsten‘  fungierten gleichzeitig als herrschaftliche Grundherren und als Kultleiter.“

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Nordische Mythologie: Was die Runen offenbaren

Runenstein
Runenstein von Stentoften. Bild: Archäologisches Museum, Frankfurt/M.

Odin hat sie am Weltenbaum hängend empfangen, von Thor wurden sie geweiht. Im Spiegel vieler Runeninschriften wird altnordisches Heidentum lebendig. Prof. Dr. Klaus Düwel, führender Runologe des deutschsprachigen Raumes berichtet über die Erforschung skandinavischer und kontinentaler Runen-Fundstellen. Ein beeindruckender Vortrag zur Ausstellung „Odin, Thor und Freyja bei den Wikingern“, Archäologisches Museum Frankfurt/M.

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